Fallbericht von Ingeborg, geb. 1958


Nr. 143/96

Gestillt: nein. Kindernahrung mit Zucker oder Obst oder Gemüse wurde erbrochen. Die Mutter ernährte das Kind nach seinen Wünschen, sonst wurde das Essen und Trinken verweigert. Warum das so war, konnte den Eltern keiner sagen.
Ein Sohn der Familie, geb. 06.12.1949, verstarb am 27.02.1950. Nach Aussagen der Eltern erbrach das Kind nach jedem Essen, es kam zu einer Gelbsucht!

Am 21.01.1996 bestanden folgende Beschwerden, die ärztlicherseits nicht akzeptiert wurden: Erbrechen, Blähbauch, Durchfälle bzw. breiige Stühle, Heißhunger, Reizbarkeit, Müdigkeit, blaue Flecken, alles ist anstrengend, Konzentrationsschwierigkeite. Es bestand weiterhin eine unbekannte HFI.

Laborwerte (ohne streng fructosearmer Diät):
31.08.1995 … GPT 10 U/l, Gamma-GT 7 U/l, Blutzucker 88 mg/dl.

EDTA-Blut zur molekulargenetischen Diagnostik:
11.04.1996 … auf beiden Allelen die Mutation A149P nachweisbar im Exon 5.

Obwohl eine Aversion gegen Süßes und Obst von Kindheit an
genannt wird, wurde bis zum Juli 1997 (!) nur eine fructosearme Diät
eingehalten. Hierbei bestehen immer noch folgende Beschwerden: Blähbauch, Oberbauchschmerzen, breiige Stühle, Reizbarkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen.

Am 5.07.1997 erneute Diätberatung. Ab sofort streng fructosearme Diät.
Am 13.09.1997 wird uns berichtet, daß die Beschwerden deutlich rückläufig sind.
Am 13.12.1997 wird uns folgendes berichtet: “Mein Befinden ist im
Moment gut, es gibt kaum noch Diätfehler. Unter Hypoglykämie habe
ich zu leiden, wenn ich denke, ich kann eine Mahlzeit auslassen”.

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