Ausprägungungen


Aus der Langzeitstudie der SHG – HFI über den Verlauf der hereditären Fructoseintoleranz können wir entnehmen, daß es 4 verschiedene Personengruppen gibt.

  1. Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die zeitlebens eine totale Aversion (Abneigung) gegen Süßes und Obst haben. Sie werden meist sehr früh diagnostiziert. Diese Abneigung ist sehr hilfreich bei der streng fructosearmen Diät.
  2. Säuglinge und Kinder, die eine totale Aversion gegen Süßes und Obst hatten und später als Jugendliche und Erwachsene nur noch eine fructosearme Kost zu sich nehmen. Die Aversion nimmt meist ab. Zu diesem Zeitpunkt schleichen sich viele Beschwerden ein, die selbst im ersten Moment nicht der HFI zugerechnet werden. Der behandelnde Arzt ist fast immer überfragt (1993-1998). Hat der HFI Betroffene den Wunsch wieder beschwerdefrei zu leben, kehrt er zu seiner streng fructosearmen Diät zurück.
  3. Es gibt Säuglinge und Kinder, die nur eine bedingte Aversion gegen Süßes und Obst haben. Kocht die Mutter streng fructosearme Kost, kommt es meist nur zu zeitlich begrenzten Beschwerden bei den Kindern, so nach Geburtstagen und Feiertagen. Im jugendlichen und erwachsenen Alter, wenn der HFI Betroffene einen eigenen Hausstand hat, wird nur noch einefructosearme Diät eingehalten. Wahllos werden Brot- und Wurstwaren gegessen und im Gasthaus a la carte gegessen. Vieles könnten wir noch aufzählen. Es bestehen zu dieser Zeit schon viele Beschwerden, meist werden sie in Kauf genommen. Es liegt die Vermutung nahe, daß diese HFI Betroffenen nicht zu ihrer Krankheit stehen, mit ihrem etwas anderen Speiseplan würden sie bei ihren Mitmenschen auffallen, aber gerade das möchten sie vermeiden.
  4. HFI Betroffene werden spät diagnostiziert und erhalten nur den kurzen Hinweis, daß sie keine zusätzliche Diät benötigen! Ihre bekannte Aversion gegen Süßes und Obst wäre ausreichend. Diese Personengruppe hat vor der Diagnosestellung instinktiv nur die deutlich süß schmeckenden Lebensmittel vermieden und konnte bei geringeren Mengen nicht darauf achten. Sie haben nur eine leichte Aversion, es fällt schwer, sich an die Diät zu halten und es
    ist somit hier sehr viel Disziplin erforderlich. Leider ist es vielen Ärzten, denen die Diagnostik der HFI bekannt ist, nicht bekannt, daß es mehr HFI Patienten gibt mit einer leichten Aversionen gegen Süßes und Obst. Diese letztgenannten HFI Patienten haben viele Beschwerden, seit ihrer Kindheit, sie wissen nicht was es bedeutet beschwerdefrei zu sein.

Diskussion: Bei einem Arztbesuch wegen starken Oberbauchschmerzen oder lang andauerndem Nasenbluten, Darmblutungen (hellrotes sichtbares Blut auf dem Stuhl) sollte immer erst diskutiert werden, ob über Monate oder Jahre die tägl. Fructose- / Sorbitmenge zu hoch war. Wichtig sind folgende Laborwerte: Quickwert, PTT, Blutzucker, GOT, GPT, Gamma-GT, Kreatinin im Serum. Es ist auch noch heute eine Pflicht, dass jeder HFI Patient weiss, dass die Erkrankung vererbt wurde und zeitlebens besteht.

Von in Ausprägungungen.